Donnerstag, 29. Mai 2008

Alberca y carne asada - q mas?

Lange habe ich nix mehr hören lassen, aber dafür habe ich als Entschädigung eine kleine Auswahl an Bildern im Gepäck.
Eine Kamera kann ich immer noch nicht mein eigen nennen, denn den USA-Besuch habe ich kurzfristig (6 Sunden vor Abfahrt) verschoben und gegen eine Poolparty getauscht. Nicht die schlechteste Wahl, denn bei ca. 35 Grad im Schatten gibt es wohl nichts geileres als ein paar lockere Bierchen zu trinken, etwas zu planschen und abends noch den Grill zu erhitzen. Die Party danach im Barrio habe ich dann aus humanitären Gründen absagen müssen - das waren fast Turnierbedingungen am Samstag und es war leider kein Sanitäter mit Wodka-Brause in der Nähe um mich von meinem Sonnenstich zu heilen. Ebensowenig ein Mädel mit Zöpfen, Brixi...
Poolparty y mas

Tags drauf gab es dann den letzten Playoff-Auftritt der Rayados zu Monterrey zu sehen - ähnlich wie unser ruhmreicher Club haben die Jungs das Ticket zum Finale in der dritten Minute der Nachspielzeit verzockt. Und ich als Jubelfan habe mich schon auf eine rauschende Meisterschaftsfeier eingestellt - aber da muss ich jetzt ein halbes Jahr warten, denn dann beginnt die nächste Runde (2 Saisons pro Jahr - das Männerherz schlägt höher)!
Sonntags wollten wir ausserdem noch ins VIP-Kino, da wir keine Karten mehr bekommen haben sind wir am Montag gegangen. Das ist echt mal ne Marktlücke für Deutschland, neben nem individuell verstellbaren Riesensessel kann man bei einem Kellner auch alles bestellen was das Herz begehrt, von Sushi über Popcorn bis hin zu einem gepflegten dunklem Bier. Werde dieses Geschäftsmodell mal der Eva vorstellen - wird sicherlich ein Riesenerfolg!
Ansonsten habe ich die üblichen Sachen gemacht, die man in Mexiko so unter der Woche tut: Tacos-Essen, Shoppen, wenig Sport treiben (einmal Joggen in 2 Wochen langt), Bier trinken, Entspannen und megaviel Arbeiten. Ihr werdet es sicherlich nicht glauben, aber hier in Mexiko steht die Arbeit mehr im Vordergrund als mir bewusst war. Zumindest bei uns in der Firma bin ich einer der ersten der geht - viele bleiben bis mindestens 8 Uhr - bei einem Arbeitsbeginn um halb 8 morgens. Das die Produktivität aber trotzdem gering ist liegt an den vielen Verteilzeiten (wie es betriebswirtschaftlich so schön heisst): un cafesito, "wichtige" Besprechungen, tausend Abstimmrunden und Pläuschchen mit den Kollegen - high context wie es im Lehrbuch steht.
Ein paar Kuriositäten zum Abschluss, bevor ich mich mal wieder dem Barrio hingebe:
- mexikanische Männer sind absolute Kavaliere, beim Einsteigen in den Bus werden erst die Damen vorgelassen dann kommen die chavos.
- das Bier ist echt super, hier die Sorten für Dich Dave zum mitschreiben, diesesmal in der Kategorie "nach 5 keinen Schädel":
Dos Equis Lager
Indio
Negra Modela
Tecate
- Mañana kann tatsächlich alles bedeuten, von morgen bis hin zu drei Wochen (siehe meine grandiose Fritz-Mailadresse)
- "Te gusta el picante?" - "Magst Dus scharf (das Essen!!!)" ist eine ernstgemeinte Frage - man sollte sie immer mit "Ja" beantworten wenn man was erleben will!
- hier leben eindeutig die freundlichsten Menschen die ich je kennengelernt habe - man wird sofort überall hin eingeladen, rumchauffiert und ist dabei - alles mit einem lockeren "No hay pedo" abgerundet.
- Simpsons auf Spanisch ist wie ein Hommage an den guten alten Bienenmann (zustimmender Applaus!)
- Gibt es etwas was schlecht schmeckt wenn man es mit Käse überbäckt? In Mexiko glaube ich nicht...

In diesem Sinne, buen provecho und ein schönes Wochenende.
Danke fürs fleissige Kommentieren und "Ins-Gästebuch-Schreiben" - das muss belohnt werden!
Der 1.000 Besucher dieser Seite bekommt als Präsent das Ringelsöckchen von Mäx im aktuellen Kalenderbild. Und vielleicht noch was anderes aus Mexiko. Screenshot genügt.

Euer maestro aleman,

Tobse, whitest boy in town - aber immer noch ohne Auto.
Das muss sich ändern...
Mañana!

Montag, 19. Mai 2008

Gravity...No Escaping...

Nach dem Genuss zweier hausgemachter Quesadillas mit Salsa Chipotle und dem wunderbaren Ausblick auf die langsam in der Nacht versinkenden Berge Monterreys, dachte ich mir es ist Zeit für ein Update.
Die letzte Woche ist so im Flug vergangen und ich bedaure jeden Tag mehr dass meine Kamera nicht mehr funktioniert - so tolle Impressionen hätte ich aufnehmen können. Stattdessen werde ich versuchen das Erlebte zu beschreiben - sicherlich nicht machbar...
Begonnen hat die Woche mit einer echt anstrengenden Arbeitswoche - da ich derzeit noch kein Auto habe bin ich auf den Werksbus angewiesen, der um 6.45 zur Firma fährt. Das heisst für mich 5.30 Wecker, 6.05 aufstehen. Ich hab hier leider keinen Stonie zur Hand der den Weckdienst übernimmt, aber bisher hat es immer super geklappt.Bisher...Brauche daher dringend ein Auto, dieses Projekt werde ich in dieser Woche angehen. Um ein Auto anzumelden benötigt man die mexikanische Fahrerlaubnis (es zieht sich hier wie ein roter Faden durch das Gesellschaftsleben, dass man immer einen Bescheinung für die nächste Bescheinung braucht, aber die Mexis nehmens locker).
Den Führerschein kann man übrigens günstig bei einem darauf spezialisierten Arbeitskollegen (sein Gewerbe "Tacos y licencias") erwerben. Prüfung machen kostet 500 Pesos, kaufen bei dem local dealer aus der Arbeit 1000 Pesos. Welcome to Mexico :-)
Die Arbeit an sich ist bis jetzt abgesehen vom Aufstehen sehr unstressig. Aber ich denke das ändert sich bald, denn die Fabrik ist im Aufbau und da gibts echt viel zu tun - Manaña fangen wir damit an...
Da Samstag für mich auch ein Arbeitstag war - (hatten ne körperliche Inventur zu machen - nicht nur durch diese Aktion fühle ich mich in alte Azubi-Zeiten zurück versetzt) waren wir am Freitag nur gechillt auf ein paar Schullen bei Diego und Paula (er aus Bogota, sie aus Buenos Aires) und haben in deren fetten Hacienda beschlossen einen landesspezifischen Abend zu machen. Das heisst bald gibt es Schweinbraten und das gute Paulaner Salvator (erhältlich im Supermarkt - Gruss an Dave) in Mexico. Die restlichen Gerichte Diego2 (Mexiko) und Julie (Kanada) werden sicherlich wie Ladenhüter wirken :-)
Den Samstag habe ich wie gesagt mit Zählen, Messen und Wiegen verbacht um direkt im Anschluss die mexikanischen Playoffs im Fussball anzuschauen. Ich muss sagen, da ist selbst ein selten vorkommender Club-Absieg besser für die Nerven als die mexikanische Spielart. Zumindest in diesem Spiel war keine Abwehr präsent - der Endstand von 4:4 spricht Bände.
Aber mit reichlich Modela Negra und den Hueys auf der Terasse war auch dieses Spiel zu ertragen.
Damit ihr einen Eindruck vom mexikanischen Fussball bekommt:



Im Grunde hätte ich danach schon ins Bett gehen können, aber die anderen Deutschen aus der Arbeit plus einige Mexis waren bereits in der UMA-Bar im Barrio. Gut dass ich noch hin bin, denn die Location ist echt fett! Ich habs irgendwie geschafft 1000 Pesos durchzulassen - auch wenn ich das Gefühl habe ich hab die Hälfte verloren, denn ein Cuba Libre kostet 70 Pesos.
Das Highlight war, als Diego, Julie und ich beschlossen haben um 4 noch die Dachterasse zu besichtigen. Zu Placebo und Strokes ein letztes Bier und bei 25 Grad entspannt die Stadt anschauen - super Sache!
Den Sonntag habe ich dann mal zur Regeneration genutzt - aber ich war sogar Joggen! Es lebe der Sägezahn!
Zum Abschluss noch ein paar Weisheiten:

- Chelada ist wohl das beste Sommergetränk der Welt. Einfach Bier, Eiswürfel, Salz, Limone und Chilli in ein gekühltes Glas...Auch in Deutschland sicher ein Genuss.
- Guacamole klingt komisch - ist aber der Hit
- wenn es hier mal krass regnet laufen am Tag danach 10% der Mexis mit Halskrause rum - vermutlich der Teil der sich den Führerschein gekauft hat
- es gibt grössere Fahrzeuge als den Ford Lobo
- Taxometer funktionieren in Mexiko meisten erst nach Aufforderung
- es gibt hier Malls in denen es rund um die Uhr alles gibt - vom Lastminute Geburtstagsgeschenk (das Paradies der Links) bis zu 5Liter Fässern Erdinger für 20 Euro. Am So gibts nur bis 18 Uhr Bier, am Montag muss Papi ja wieder in die Arbeit!
- mexikanische Alkoholkontrollen der Polizei funktionieren durch Anhauchen - ich liebe meinen Job!
- 35.000 Schlagnieten wiegen ungefähr 7 Kilo - es war ein Riesenspass so hochwertiges Material zu inventarisieren...Fast wie in der SUSPA, Alter :-)

Es grüsst, ganz clandestino

Euer Dr. Land

track 4 placebo - special k

Montag, 12. Mai 2008

Es ist nur ein lauer Sommerregen...

...dedicated to Team Ungarn `98 (yeah Leute wir feiern 10jähriges)

Ich habe mich noch nie so über Regen gefreut wie gestern. Sinnflutartig wie "weiland" in Ungarn öffneten sich die Himmelsschleusen und senkten somit die Temperatur um ca. 8 Grad. Anders hätte ich den Tag aber glaube ich auch nicht überlebt, denn das Wochenende war echt heftig. Begonnen hat alles damit, dass ich am Freitag nachmittag die Nachricht erhalten habe, dass ich doch in meine ursprüngliche Wohnung ziehen kann. Da sitze ich auch jetzt und ich muss sagen besser hätte es net sein können. Aber dazu später...
Angetrieben von dieser Euphorie bin ich gleich am Freitag abend losgezogen. Zusammen mit den Kollegen Ann-Christin, Jorge und Blanca sind wir aufs Helloween Konzert gegangen. In einschlägigen Fachkreisen sind diese Rocklegenden denke ich ein Begriff. Und sie sehen auch wirklich so alt aus wie sie bereits im Geschäft sind - ein Tourleben schlaucht eben.
Old School Metal vom feinsten - Mexico hat die Jungs echt dermaßen zelebriert dass ich aus dem Grinsen net rausgekommen bin.
Umsonst war der ganze Spass auch, da die Mädels die Gruppe und die Vorband Gammaray (ja Bachas, back to the roots) am Tag vorher im Hotel getroffen haben. Und da gabs dann gleich a paar Freikarten. Nach dem Konzert haben wir uns noch auf deutsch mit den Roadies unterhalten und wurden aufgrund unserer eloquenten Wortwahl und deutscher Bierkenntnisse noch auf die Aftershowparty geladen (oder lag es doch an unseren Mädels?).
Auf dem Weg dort hin haben wir uns noch kurz an ner megageilen Taceria gestärkt - Viva el pastor! Aggi, mach Dich auf was gefasst - da bleibt kein Auge trocken im November!
Die Aftershowparty war dann eher ein Sit-In, okay muss ja auch altersgemäss ablaufen, aber wir haben uns super mit Daniel, dem Schlagzeuger unterhalten.
Einziger Wermutstropfen (die diese Geschichte wahrscheinlich zu einer Legende vorkommen lässt): ich habe keine Fotos, weil Jorge nach dem 8ten Bier meine Kamera fallen hat lassen und diese jetzt alles macht - außer Fotos.
Das schlimmste daran: es gibt jetzt keine Bilder bis ich ne neue habe. Da die USA nah ist werde ich das bald erledigen.
Am Samstag war dann echt ein Horrortag: Wollte eigentlich bis Mittag schlafen, aber bereits um 9 stand der Room-Service vor meinem Bett (hatte das Donot disturb-Schild vergessen ich Amateur). Da ich danach nimmer schlafen konnte habe ich meinen Umzug gestartet und das erste Mal den Backofen Monterrey gespürt. 40 Grad, kein Windzug und ein Kater vom allerfeinsten. Denkt an die Elektrolythe! Mit dieser Hochstimmung bin ich dann in meiner neuen Habitacion eingezogen. Diese wurde aber fast postwendend aufgehellt, da ich meinen wirklich entspannten und hilfsbereiten Vermieter kennengerlent habe. Außerdem habe ich mich noch bei meiner Nachbarin Juli vorgestellt. Sie kommt aus Kanada und lebt seit 3 Jahren in Mexiko, aber ist auch erst seit 4 Wochen in Monterrey. Aus dieser Vorstellungsrunde wurde dann eine ausgedehnte Nacht im Barrio Antiguo mit zwei ihrer mexikanischen Freunde, Jorge und Ann-Christin. War total cool und ich denke auf diese gute Nachbarschaft werden wir noch ab und zu anstoßen.
Den Sonntag habe ich dann mit einem entspannten Grillabend bei meinem Chef und ein paar Kollegen ausklingen lassen - die erste Schulle war echt harte Arbeit aber ich habs hingekriegt. Denn "Auf mei Bierfilzzzzzzzzzzz..."
Heute habe ich das erste Mal den angrenzenden Park und die Umgebung erkundet - echt super schön und jetzt wundere ich mich nicht mehr warum die Mexis bei der Nennung meiner Adresse immer grosse Augen kriegen. Der Unterschied zwischen arm und reich ist hier nicht ganz so krass wie in Brasilien und Venezuela aber trotzdem deutlich spürbar.
So Leute, ist wieder ein langer Bericht geworden, dabei gibt es im Grunde noch viel mehr zu erzählen.
Danke für Eure ganzen Posts - ich freu mich echt voll drüber!
Als Gegenleistung - we proudly present: Euren und meinen Kalender auf der rechten Seite!
Disfrutalo!
Un abrazo,
Tobse, Glubb-Fan 4 life

Donnerstag, 8. Mai 2008

Qué calor...und Dirkules ist nur 1,80 gross

38 Grad…Nein nicht morgens, nachmittags und abend zusammen… Sondern von ca. 12 – 17 Uhr. Und das ist erst der Anfang… Ich danke dem Erfinder der Klimaanlage und gleichzeitig hasse ich ihn auch, denn ich bin mal gespannt ob ich das Jahr einmal ohne Schnupfen überstehe.

Hallo Freunde,

die erste Woche ist rum und mir geht es echt super hier. Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, wie zB der Tatsache das ich immer noch keine Wohnung habe ist alles palletti. Eigentlich habe ich die Wohnung ja schon. Ich werde nämlich die Bude meines Vorgängers übernehmen, die ich bereits im Februar besichtigt hatte. Der Vermieter akzeptiert das ganze auch, wir waren am Montag bereits bei ihm und er hat mir sogar schon die Schlüssel gegeben. Gut, kein Problem, dann kann ich einziehen…Naja, nur nicht in Mexiko ;-) Die Persa hat nun nämlich festgestellt (nach 3 Tagen und 10 Hinweisen unserer Seite), dass der Vermieter noch den Monat März und April an Miete bekommt. Und wie löst man dieses Problem? Richtig, man wartet erstmal auf Morgen…Könnte sich ja was ändern. Das dieses Warten jeden Tag Geld für das Hotel kostet ist dabei nebensächlich.

Aber ihr seht schon, ich seh das alles relativ locker…Kann sich ja nur noch um Tage handeln. Die Alternative wäre eine neue Wohnung anzumieten (O-Ton Persa) – dass dies nebenbei erwähnt weitere Kosten verursacht lassen wir mal unter den Tisch fallen ;-)

Ansonsten ist aber alles total locker hier, die Kollegen in der Abteilung total nett und hilfsbereit. Tagsüber darf ich mich noch um viele organisatorische Dinge kümmern wie zB der Erstellung eines Bankkontos und dem Beantragen einer Sozialversicherungsnummer.

Wer solche ungeliebten Amtsbesuche aus Deutschland kennt dem sei gesagt dass es noch schlimmer geht. Hier ist alles hoch bürokratisch, überall werden Formulare benötigt die dann penibel geprüft und abgestempelt werden.

Für die Bank benötigt man zB die letzte Wasserrechnung für die Wohnung um sich „ausweisen“ zu können. Und wie oft ich schon nach den Namen meiner Eltern gefragt wurde…Hallo, ich will ein Konto eröffnen, keinen Stammbaum beantragen ;-)

Am Dienstag war ich Basketball spielen, es ist so der Hammer einmal im Leben der größte Spieler auf dem Feld zu sein. Ok wir waren nur zu viert, aber trotzdem sehr strange wenn man mal die Center Position einnimmt. Stell mir gerade den Dave und Bachas hier vor – ihr würdet im Streetball legendenhaft auftreten.

Sport ist hier echt wichtg, denn das Essen ist saulecker, aber sehr viel und kalorienreich. Schon bereits zum Frühstück kann man sich hier die heftigsten Sachen reinziehen. Und dann erst die Tacos…Ein Traum.

Morgen ist bereits Wochenende und das heisst das erste Mal Fiesta! Werde ins Barrio Antiguo gehen, was die Altstadt von Monterrey darstellt. Überall kleine Bars und Clubs und am Wochenende macht sich hierhin die ganze Stadt zum Feiern auf! Freu mich schon.

Die erste Reise habe ich auch schon gebucht, am 30. Mai fliege ich zu den beiden Schullenbrüdern Martin und Marcus nach GDL. Ya estoy preparado mis amigos!

Grüße, insbesondere an die Geburtstagskinder Steffi, Andy, Mel und Dörte. Feliz cumpleaños. An alle.

Der Tobi, Exil-Kubaner

Achja, und ein paar wenige Bilder gibt’s auch noch…Am Wochenende folgen sicher mehr!

Monterrey - die ersten Tage

Sonntag, 4. Mai 2008

El primer día en Monterrey

Bienvenidos en México...
Ich bin gut und sicher angekommen, auch wenn der Anfang etwas holprig war. Im Grunde aber nicht weiter verwunderlich, so muss ein Infojahr in Mexiko einfach beginnen.
Aber der Reihe nach...
Nachdem mir die Vatertagswanderung und der Abschied zu Hause extrem in den Knochen steckte, habe ich den Flug recht ereignislos an mir vorbeiziehen lassen. War auch gut so, denn sonst hätte ich womöglich das abzuwenden versucht was ohnehin nicht zu verhindern gewesen wäre.
Denn bereits in Nürnberg war ich etwas skeptisch, als die Dame beim Check-In mir lediglich ein Ticket bis Mexico City ausstellen konnte - das Flugticket von Mexico nach Monterrey sollte ich mir dann in der Hauptstadt holen. Bei einem Zeitfenster von 1,5 Stunden eigentlich machbar - nicht aber wenn sich die Maschine verspätet und Mexicana-Mitarbeiter durch blanke Kompetenz glänzen ("Hier haben sie ihr Standby-Ticket, die Maschine ist überbucht, aber vielleicht dürfen Sie noch mit - probieren Sie es doch einfach mal").
Da hilft dann nicht mal aktives Anstellen an der Imigration und das Übergehen der Sicherheitskontrollen beim Boarding. Zu geil, obwohl ich mit Digitalkamera, Gürtel, Geldbeutel und Handy in der Tasche durch den Scanner gerannt bin hat es keinen interessiert. Lediglich mein Laptop ist aufgefallen, aber meine Aussage: "Ich hab nur noch 10 Minuten bis mein Flieger abhebt" hat mir auch diese Kontrolle erspart.
Ein weltrekordverdächtiger Sprint, der mir nochmals aufgezeigt hat wie gut Berlin meinem Körper getan hat, brachte leider auch nix mehr ein. Die Maschine war voll - ich durfte nicht fliegen.
Mein Compadre, und seines Zeichens neuerdings Hochkaräter (da Businessclass Frequent Traveller), Martin hatte aber ebensowenig Glück wie ich - wir mussten beide unseren Flug auf den nächsten Tag umbuchen.
So kamen wir immerhin in den Genuss einer ersten gemeinsamen mexikanischen Schulle im Hotel und der Einsicht dass in Mexiko alles anderes läuft. Der Prozess der hier "Hausmeisterlike" auszuführen war um den Flug umzubuchen, erinnert an gelbe Klebezettel und horizontale Striche (Gruß insbesondere an Peer).
In Mexiko gibt es echt für alles einen Job, aber es stört nicht, dass an der Imagration bei Hochbetrieb nur 3 von 20 Schaltern besetzt sind und stattdessen am Mexicana-Schalter knapp 15 Wächter irgendwelche Listen führen und Stempel verteilen.
Wir haben uns auf jeden Fall im Nachhinein köstlich amüsiert!
Die restliche Anreise verlief problemlos - mein Gepäck habe ich am Ausgabeband in Monterrey entgegengenommen (dort stand es die ganze Nacht ohne Bewachung) und habe bei 35 Grad und bedecktem Himmel das Hotel aufgesucht.
Dort habe ich erstmal den Tag über vergammelt:
eigenen Akku aufladen, Heimweh haben und Pläne schmieden wie es die nächsten Wochen weitergeht - das volle Programm :-)
Heute war ich dafür fleißig, habe erstmals das Zentrum erkundet und war sogar in einem Museum über die mexikanische Geschichte. Dabei habe ich festgestellt, dass meine Spanischkenntnisse auf jeden Fall ausbaufähig sind ;-)
Das Wetter war leider nicht so toll, es hat den ganzen Tag geregnet und war ziemlich heiß. Aber laut der Taxifahrer ein sehr ungewöhnliches Wetter für Monterrey.
Morgen gehts um 7 ab in die Arbeit, bin gespannt und freue mich auf die alten Bekannten.
Außerdem bin ich gespannt ob ich wie geplant bereits diese Woche in meine Wohnung kann - wäre echt sehr cool!
Ich halte Euch auf dem laufenenden - danke an der Stelle für die vielen Nachrichten. Ich werde so bald wie möglich antworten.
Un abrazo desde Monterrey (wo scheinbar doch irgendwo Handball gespielt wird, oh mein Gott ich werde sicherlich Halb-Links spielen!)
Euer Tobi
PS: Auch wenn ich mich wiederhole: Danke an alle für den Kalender, insbesondere an den Daniel für die Organisation der Beiträge. Ist echt ein total geiles Geschenk und ich wette der Beitrag der "Langhaaraden" wird in Mexiko für die ein oder andere Entrüstung sorgen!
Wenns klappt stelle ich jede Woche die aktuelle Kalenderseite online, damit ihr auch was davon habt.