Entsprechend hoch sind an diesen magischen Daten die Gäste an Cancuns Stränden und damit auch der Gringo-Zuschlag.
Wir beschlossen daher mal wieder etwas gegen den Trend zu unternehmen und statteten der Baja California ihren zweiten Besuch ab.
Bereits Freitag ging es nach einer kurzen, morgendlichen Bierpause in Mexico DF weiter nach San Jose de los Cabos,wo wir unseren wüstenerprobten Renault Clio abgeholt haben und sofort den Roadtrip starteten.
Mit Sonnenschein, eiskaltem Bier und der Karte im Kopf fuhren wir los und bereits nach 10 Minuten begeisterte uns die karge Wüstenlandschaft die wir nun 1600 Kilometer geniessen konnten: ackerbraunes Land, Canyons, das Meer königsblau im Hintergrund, tausende Kakteen...Ich kam mir sofort wieder wie ein Playmobil-spielender Junge vor und erwartete das unser Planwagen sogleich von Pfeilen und wilden kriegsbemalten Indianern heimgesucht wurde.
Die Stille, das unwirtliche Land, die kreisenden Adler und Aasgeier erzeugten die Wüstenromantik die ich mir oft so vorgestellt habe - ich wurde nicht enttäuscht!
Die Baja ist bis auf einige Städte im Süden so gut wie nicht touristisch erschlossen, daher zeigte sich die Schwierigkeit ein Quartier für die Nacht zu finden bereits nach kurzer Zeit. In San Lorenzo de Mattheo, einer kleinen 2000 Seelen Gemeinde, angekommen fanden wir letztendlich ein Bett, Enchiladas Verde und trinkfreudige Reisebegleiter. Mit dieser lebensfrohen Gruppe Mexikaner starteten wir am nächsten Tag auch gleich das Pflichtprogramm der Reise. Mit Valentin, dem weitsichtigen Bootsmann, liefen wir bei nebligen Bedingungen aus und nach kürzester Zeit tauchte das erste Ungetum aus dem Wasser auf - gefolgt von seinem kleinen Baby, das bereits 500 Kilo auf die Waage bringt. Die Rede ist von Grauwalen, die jedes Jahr den weiten Weg aus Alaska zurücklegen um in der stillen und beschützten Bucht Bahia de Magdalena in Mexiko ihre Jungen zu Welt zu bringen. Das planktonhaltige Wasser verleitet die Tiere zum Bleiben, ausserdem können die Mütter hier ihren Jungen das schwimmen beibringen ohne vom angriffslustigen Orkawal attakiert zu werden. Es ist tatsächlich atemberaubend wenn aus der stillen Wasseroberfläche ein so majestätisches Tier auftaucht - leider auch so faszinierend dass die Fotos nicht wirklich einen Eindruck erzeugen können (brauche wohl doch diese günstige Fotoausrüstung Martin :-)
Mit köstlichen Garnelen a la diabla und herrlichsten Wetter liessen wir dieses Naturspektakel noch einmal nachklingen und setzten unsere Reise gen Aguas Verdes fort.

Im renommierten Reiseführer war von "herrlichen Stränden" die Rede.
Nach 2 Stunden Fahrt erreichten wir die ersehnte Abzweigung auf eine "anspruchsvolle" Strecke. 45 km Staubpiste mit Serpentinen und steilen Abhängen liessen uns nicht nur einmal tief durchatmen. Entschädigt wurden wir von dem wahrscheinlich spektakulärsten Ausblick den ich je in meinem Leben hatte.
Diesen durften wir unerwarteterweise auch ein zweites Mal an diesem Tag geniessen, denn in Aguas Verdes gab es wirklich einen herrlichen Strand. Mehr aber auch nicht...Unsere Frage nach einem Quartier wurde mit Kopfschütteln quittiert - der Strand wäre für 60 Pesos unserer gewesen, aber manche Reiseteilnehmer hatten lieber einen Fön statt einem Schlafsack dabei :-)

Allerdings kamen wir so in den Genuss des malerischen Loretos in welchem wir neben guten Betten und einigen Tacos auch ein köstliches Frühstück verzehrt haben.
Tags darauf holten wir den Strand nach: Cabana ohne Strom und Menschen,dafür mit Fisch, Sternenhimmel, Rum und tollen Gesprächen...Am liebsten wären wir länger geblieben, aber eine Vergeltungsaktion der Mädels liess uns nach LaPaz flüchten wo wir einen letzten Sonnenuntergang in der Baja California genossen haben.
Vielen Dank an Steffi und Barbara für einen sehr lustigen Roadtrip, der uns alle gleichermassen ein weiteres Mal die Schönheit Mexikos offenbart hat.

Weitere lustige Bilder wie das hier oben bald HIER!
Es grüßt mit "cool wind in his hair"
El Tobse
PS Man beachte die Umfrage oben auf dr rechten Seite...
Track 18 Gypsie Kings - Hotel California
