Mittwoch, 22. Oktober 2008

Schlaflos in Culiacán

T: "Ich fahr ins Baranca del Cobre"
A: "Was ist denn das?"
T: "Eine Kupferschlucht - 4 mal so gross wie der Grand Canyon und sicherlich genauso beeindruckend"
A: "Das glaubt Dir doch eh kein Mensch"


...der aussichtlose Versuch eines Reiseberichts...

Begonnen hat alles mit dem Flug nach Chihuahua, Samstag morgens um 6 Uhr - wirklich viel Lust hatte ich nicht als ich mich aus dem warmen Bett gequält habe.
Doch bereits auf dem Weg mit dem Bus ins 5 Stunden entfernte Creel wusste ich das es sich gelohnt hatte nicht auszuschlafen.
Karge Steppenlandschaften, kleine Siedlungen, Männer mit Sombreros und Cowboystiefeln die bereits am frühen Morgen im Bus die Mezcalflasche kreisen lassen. Worte wechslen sie dabei nicht... Ein hartes Stück Land hier draussen in der Sierra...
In Creel angekommen traue ich meinen Augen nicht...
Auf 2300 Metern gelegen und von Pinienwäldern umschlossen scheint hier die Zeit stehen geblieben zu zu sein.
Es gibt nur eine einzige Strasse, mit hohen Gehsteigen wie man sie aus Western kennt. Hier hängen sie rum, die Machos Mexicanos, die Zeit totschlagend und beobachtend was denn so passiert in der 1500 Seelengemeinde.


Die Nachfahren der stolzen Tarahumara-Indianer stellen ihre Kunstwerke zum Verkauf, Backpacker flanieren die Strasse entlang, es liegt viel Staub in der Luft - sonst tut sich nicht viel.
Die Hektik aus Monterrey ist mit einem Schlag weg, die Zeit tickt langsamer und ich schnaufe erst einmal durch...
Im Hostel angekommen lerne ich mit Balder & Esther gleich nette Leute kennen. Es werden noch viele weitere folgen die mir im Casa Magarita über den Weg laufen. Der Fahrradmechaniker Jason aus Alaska, die trinkfesten Fotografen Xavi und Marcel aus Katalonien, ein verrückter Philosphie Professor aus Schlesien der nächtlich seine verstorbene Frau nach der neuen Reiseroute befragt und uns mit Monologen ebenfalls an den Rand des Wahnsinns treibt. Martin und Nadine aus Deutschland die seit 5 Jahren die Welt bereisen - mit dem Fahrrad...
Und natürlich die netten Studentinnen aus Mazatlan mit denen ich die meiste Zeit des Trips verbracht habe.
Wir gehen in heissen Thermalquellen baden, besteigen Berge, bestaunen Aussichten die man nicht auf Polaroid bannen kann. Wir geniessen die Stille und Einsamkeit der Natur, atmen die klare Bergluft, philosphieren über dies und das, sprechen mit den Einheimischen und lassen die Zeit verinnen.


Abends essen wir an der grossen Tafel im Casa Magarita, bei einem Sprachwirrwarr das seinesgleichen sucht - Backpacking vereint die Welt, lässt uns gemeinsam Grosses planen!
Weil es so schön ist spülen wir diese Gespräche danach gleich in der Kneipe mit viel Indio-Bier runter - die Völkerverständigung gelingt nun noch besser.
Ana, die schwarze Sängerin (mi negra linda) erzählt über das Leben, wir nicken und brauchen Tequila.

Am Tag der Abreise machen Aude, Johanna und ich noch einen kurzen Ausflug mit Manuelito - einem 80jährigen der seinen grünen Suburban Geländewagen so geschmeidig steuert als wäre es sein ein und alles. Seine ausgefallenen Haare tarnt er mit einem blütenweisen Sombrero. Hektik kann er nicht leiden, also geht es gemütlich dahin zu Wasserfallen und der Mission. Seit 33 Jahren lebt Manuelito in Creel - wo er vorher war? In Cuathemoc - 100 Kilometer entfernt...
"Es ist alles viel moderner geworden", sagt er,"viel mehr Menschen leben nun hier und aus den ursprünglichen 2 Hotels sind nun an die 50 geworden".
Während er dies erzählt passieren wir ein Restaurant, an dem der Junge des Besitzers mühevoll mit Pinsel und Farbe ein Werbeschild erneuert. Offenbar nimmt er sich dafür den ganzen Tag Zeit. Ja, es ist wirklich hektisch geworden in Creel, diesem pueblo magico.
Die Tarahumara leben immer noch hier in der Kupferschlucht - die Kinder sind schüchtern, aber wenn sie etwas verkaufen wollen dann reden sie. Heute kaufen wir nichts, aber wir schauen den Frauen am Arareko-See beim Flechten von Körben zu. Die Männer arbeiten nicht, sie trinken vielmehr den ganzen Tag billigen Schnaps.
"Damit es ihnen nachts beim Einschlafen warm ist" kommentiert Manuelito und lacht uns lausbubenhaft mit seinen drei verbliebenen Zähnen an.

Nun gehen wir gemächlich der Abfahrtszeit des Zuges zu.
Der eigentliche Grund dieser Reise, mit dem Chepe nach Los Mochis am Pazifik zu reisen, habe ich schon fast vergessen. Creel infiziert einen schnell mit Gelassenheit...


Wir bekommen unsere Plätze in der Clase Economica, die wir nur selten belegen.
Vielmehr halten wir uns lieber auf den Plattformen zwischen den Zügen auf und geniessen die nach Pinien duftende Luft und den grandiosen Ausblick.
Das Bordrestaurant ist sporadisch, daher stärken wir uns wie am Vortag in Divisadero mit Gorditas.
Die Schaffner kaufen am gleichen Stand wie wir - alles richtig gemacht...
Mein Kompliment an die Besitzerin, die besten Gorditas Mexikos zu servieren (auch außerhalb Zacatecas) beschert uns eine kleine Gratiswegzehrung für den Zug - die wir umständlich nach innen schmuggeln, da das Essen im Abteil untersagt ist.


Die 12 Stunden der Fahrt sind abwechlungsreich, die Landschaft hat viel zu bieten und die Leute kommen mit uns in Gespräch. Eine mexikanische Familie wird bei mir vorstellig und nach der Präsentation der 70jährigen Mutter wird ein "Bienvenidos en México" gewunschen - die Leute in diesem Land sind einfach unglaublich.
Wir unterhalten uns über Südamerikareisen und was uns von zu Hause fehlt: Familie, Schinkenbrot... "Oh Mann gib Dir mal den Ausblick".
Mittlerweile ist es stockdunkel, die Vorräte sind aufgebraucht, mein Gesicht klebrig vom Ruß der Lok und wir sehnen uns nach einer Dusche und einem Bett.
Außerdem machen uns die grasrauchenden jungen Männer aus Sinaloa Angst, die uns immer wieder auf die Vorzüge Los Mochis hinweisen - Frauen und gutes Dope...
Dort angekommen geht es gleich weiter mit dem Bus nach Culiacán - einem Ort der nicht mal im Lonely Planet auftaucht, dafür aber in letzter Zeit durch einige Morde und Gewaltverbrechen auf sich aufmerksam gemacht hat.
Hier trennen sich unsere Wege - die Mädels holen das Bett und die Dusche nach.
Ich warte am Busbahnhof darauf das der Flughafen öffnet und ich dort weiter warten darf.
Mit dem Schreiben dieser Zeilen halte ich mich wach und denke an diese grossartige Reise zurück.
Es ist 4 Uhr morgens - zum bestimmt nicht letzen Mal schaue ich mir die Bilder vom wilden Westen Mexikos an:

Von Barranca del Cobre


Euch auch viel Spass damit.

Beste Grüsse
Tobi

PS: Diese Reise habe ich meinem lieben Opa (dem originalen Fritz) zu verdanken. Denn er hat mir geraten, die Reise zu unternehmen und mir als Vorspeise diesen Zeit-Artikel geschickt. Absolut empfehlenswert zu lesen:

http://www.zeit.de/2008/31/Mexiko

Danke Opa!!!

Track 14 Kings of Leon - Knocked Up

Montag, 6. Oktober 2008

Das Endgegnerwochenende - und dessen Verlierer

Ein Jahr im Ausland heisst auch auf manche Sachen verzichten zu muessen.
So war ich dieses Jahr z.B. auf keinem einzigen Rock-Festival und musste mir diverse Schmaehrufe aus der Heimat anhoeren.
Da dies sehr an mir genagt hat, beschlossen wir ebenfalls eine Art Festival zu veranstalten.
Von langer Hand wurde von den beiden Hektoranern Schorsch (alias Georgij (Георгий) aus dem Ural) und Franka (die Stimme) dieser Event im ARWO-Bau zu Guadalajara ausgerichtet.
Standesgemaess beginnt ja ein Festival bereits am Donnerstag, daher ging es nach der Arbeit erstmal ins Papa Bills zu Monterrey, wo mit den mexikanischen Kollegen ein neuer Rekord in der Halbliter-Disziplin erreicht wurde.
Am Freitag erwachte ich bereits mit etwas Furcht vor dem was mir bevorstand, denn in Fachkreisen schwirrte seit einigen Wochen auch die Bezeichnung "Das Wochenende der Extreme" oder "Endgegner-Wochenende" im Raum herum.
Aber "Solo los duros, solo los fuertes" und somit kam ich, dank dem Abholservice von Tere, im Festsaal des beruechtigten Los Troncos an. Dieser Kneipe (Mariscos y cerveza) eilte bereits ein gewisser Ruf vorraus und sie wurde ausserdem in vielen gemeinsamen Ausfluegen fast balladenartig besungen. Die Legende war keine duestere, denn der Laden hielt was versprochen wurden.
Leider war die Festgesellschaft schon ziemlich dezimiert, so dass wir nach einigen Tacos (Martin gewann 9 zu 13) und dem Trocknen der ersten Wiedersehenstraenen auf der Terasse des ARWO-Baus ankamen um die Ortsbegehung des Festivalgelaendes auszufuehren.
Nach kurzem, aber erfrischenden Schlaf, stand dann der Tag der Tage vor der Tuer.
Die Agenda des folgenden Tages wurde fein erstellt und daher ist es ein Privileg fuer mich, diese aus Schullen-Martins Blog zu entnehmen und mit ein paar Ergaenzungen zu versehen.

10.30 Uhr: Der Tag beginnt mit einem Laecheln und einem Clamato
12.00 Uhr : Der Grill brennt, trotz anfänglicher Schwierigkeiten des Grillmeisters, aber wir sind ja Maenner
12.45 Uhr: Das erste Arrachera wird aufgetischt, fliessender Uebergang von Clamato auf Bier
13.30 Uhr: Der Endgegener wird feierlich mit musikalischer Untermalung zu Tische getragen (wie wild: Bonnie Tyler Total eclipse of my heart)

14.30 Uhr: Essennachschub kommt an und der Grill wird ein weiteres Mal zu Höchstleistungen gepeitscht
16.00 Uhr: Contest (man einigte sich auf ein Unentschieden)
17.00 Uhr: Abmarsch zum Fußballstadion, Derby zwischen Chivas und Atlas
(beide aus GDL)
18.00 Uhr: Die 2 fehlenden Karten sind besorgt
18.30 Uhr: Barbesuch + Litergefaesse
20.30 Uhr: Anstoß, spielerische Qualität eher mies (vgl.Glubb), dafür Stimmung und Rest einfach nur schön und der "Russe" bereits im Ural angekommen
11.30 Uhr: Torta Ahogada in Salsa schwimmend, serviert in einer Tüte, wie schön, aber wahnsinns Sauerei
(ich liebe mexikanisches Essen)
12.00 Uhr: Red Pub bekannt für Bier aus den Ländern dieser Welt, Weizen aus einem 0.3 Glas, spinnt Ihr, das Trinkgeld viel entsprechend gering bis gar nicht vorhanden aus
, / Anmerkung: Schneider Weisse...leider seit einem dreiviertel Jahr abgelaufen...Waere auch zu schoen gewesen..
1.00 Uhr: Der Oxxo wird gestürmt und ein Regal Limetten gekauft
1.15 Uhr: Terrasse, Endgegner (er schlaeft nicht, sondern ruht nur) ist dabei
2.00 Uhr: Der "Russe" ist in Sibirien
2.30 Uhr: Schlaf
, wahlweise auf der Terasse unterbrochen durch Vallarta-Einlagen

Die Bilanz des Wochenendes konnte sich sehen lassen, es war wiedermal herrlich männlich.

Die letzte Woche hat mein Körper damit verbracht sich wieder von diesem "Event" zu erholen. Mittlerweile geht es mir wieder gut und ich weiss jetzt wie ein mexikanisches Krankenhaus von innen aussieht. Das ein kleiner Auffahrunfall auf dem Weg in die Notaufnahme nicht dann einmal so schlimm ist, wenn man mit Magenschmerzen 2,5 Stunden in der Hitze mit der Versicherung verhandelt, habe ich auch kennengelernt.
Aber man soll ja allem was Positives abgewinnen: ich weiss immerhin das mein Spanisch für beide Fallbeispiele ausreicht, denn ich habe noch alle Organe in mir und auch der Unfallverursacher (ein mexikanischer Regierungsangestellter) hat die Schuld ganz ohne Korruptionsmissbrauch akzeptiert...
Ach ja, dem Endgegner trifft übrigens keine Schuld an meiner Erkrankung. Diesen Triumph gönne ich ihm dann doch nicht...

Beste Gruesse

Ready for Cancun Tobse


PS @Rise Against Fans worldwide, das neue Album ist ja irgendwie nix.
Als Entschädigung müssen Klassiker herhalten...Wie der hier...

You’ve bled me dry but I’m still breathing
I swear I’m sucking dry the sky
And you wont ever find us kneeling
Or swallowing your lies
If I held my ground would you ask me to change?
This drought bleeds on now were dancing for rain
We drink the air but it’s still not the same
These worlds collide but the distance remains
We point the finger, never accept the blame, and I know

Track 13 Rise Against - Dancing for Rain
(Das Solo ab 1:56...)

Mittwoch, 17. September 2008

Nightswimming...

...oder das Ende von Reich & Schoen TM

Es war Mittwoch in Monterrey und meine Laune war am Tiefpunkt...
Hatte ich doch eigentlich meine ersten (!) mexikanischen Urlaubstage erkaempft und wollte bis Dienstag in das atemberaubende Baranca del Cobre fahren. Dienstag war Feiertag - der mexikanische Unabhaengigkeitstag, daher mussten diese freien Tage ausgenutzt werden.
Man konnte bereits im Vorfeld die Wichtigkeit dieses Tages spueren, denn ueberall wurden Fahnen, Sombreros und allerlei anderes in den mexikanischen Farben verkauft, jeder war in Festtagsstimmung und es gab kein anderes Thema in der Firma wo wer diesen Tag mit der Familie verbringen wird.
Dieser Tag wurde vom Management wegen Auftragsrueckstand in der Fabrik mal kurzerhand gestrichen und stattdessen der (unwichtige) Montag freigegeben...
In Mexiko ist wirklich alles moeglich!

Moment...Alles moeglich? Dann machen wir doch auch alles Moegliche :-)
Schnell mit den Schullenhermanos Martin und Marcus gechattet und mal eben einen Flug nach Los Cabos in der Baja California gebucht.
Freitag mittag gings dann los, ueber einen ueber Adolf Hitler schwadronierenden Taxifahrer in Monterrey und betruegende Taxifahrer in Los Cabos in das chillige Cabana-Hotel.
Die restliche Reisetruppe (Franka, Steffi, Schorsch und der Princh) war bereits an dem Ort an dem wir uns das ganze Wochenende aufhalten sollten.
Reichlich gestresst von all den Aergernissen der Anreise und der vergangenen Woche machte auch ich mich auf den Weg zum Strand...
Und mein Aerger war ziemlich schnell weggefegt, bei diesem Anblick:



Los Cabos beschreibt man am besten mit Begriffen die man normalerweise im Reisefuehrer liest:
einsame, herrliche Sandstraende, skurille Felsformationen, tiefblauer Pazifik, Wuestenduenen und gruene Berge im Hintergrund.
Schlichtweg einfach ein Traum der uns die Tage ueber fesselte...
In der von uns invasierten und stabilisierten Tabasco-Bar hielten wir uns taeglich von morgens bis zum Sonnenuntergang auf, nur unterbrochen von einer spektakulaeren Bootstour zu Robben und Pelikanfelsen und wilden Surferstraenden.
Da ausserdem noch Nebensaison war hatten wir Glueck dass wir den Strand fast fuer uns alleine hatten und somit auch die diversen Cocktails in vernuenftiger Qualitaet ausgeschenkt wurden.
Abends ging es nach kurzer Staerkung in diversen Hinterhof-Taquerias oder Nobelrestaurants am Yachthafen von Los Cabos zurueck an unseren Privatpool, wo wir mit Bier, Palomas, feiner Musik und Nightswimming-Einlagen die Nacht zum Tage gemacht haben.
Wir waren jung, wir waren wild, es war Sommer in Los Cabos...

Am Montag nahm ich wieder viel zu schnell Abschied...Nicht nur von diesem traumhaften Ferienort an der Pazifikkueste.
Auch die Epoche "Reich und Schoen" endete am Montag, denn mit Special Guest und Mitbegruender der Original-Bewegung "Rico & Guapo" Don Rudi kehrt der erste Hermano nach Deutschland zurueck.
Marcus, war ne fette Zeit mit Dir - que te vaya bien y nos vemos muy pronto en Alemania, cabron!
Den Rest lass ich von Bildern beschreiben ich stelle beim Schreiben fest wie schwer es ist dieses unglaubliche Wochenende in Worte zu fassen.

Von Los Cabos


Viel Spass beim Anschauen und die besten Gruesse insbesondere an meinen Dad!
Papa, alter Kaempfer gute Besserung und wir sehen uns spaetestens bei der Weihnachtsgans...

Euer Tobi, rot wie ein Englaender nach dem Ballermann

...cause in heaven, they all talk about the ocean...(Knockin´ on heavens door)

Track 12 R.E.M - Nightswimming

Samstag, 6. September 2008

Tomorrow comes a day too soon...

Hallo Welt,

beste Grüsse aus dem Land der Kakteen, diesesmal mit:

Mehr Bildern...

MTY im Sommer 2008


Einem Video...



Einem Duzent voller Räuberpistolen ...Über "Que lo vengan a ver - este no es un portero es una puta de cabaret!" im Stadion und 30 cm Wasser auf der Strasse nach nem kurzen Schauer. Über halbseidene Geschäfte mit den "Besitzern" einer Strasse oder 2000 Kalorien zum Frühstück (ich neige zu Übertreiben, falls das noch nicht aufgefallen ist :-) )...

Gestern war ich auf einem mexikanischen Familienfest - Elenas Abschied, sie geht nach Hamburg City zum Studieren. Zwar war ich bereits auf einer Hochzeit und unzähligen mexikanischen Feiern, aber so original habe ich noch nie gefeiert wie gestern.
Es waren alle Generationen anwesend, von Oma bis Enkel über ca. 20 Primos und den deutschen Amigos.
In der Hauseinfahrt gabs bereits Tacos, Bier und Agavenschnaps und es war jeder ob Nachbar, Freund oder Familienmitglied willkommen.
Die Kinder spielen und lärmen während die Erwachsenen daneben die Party stattfinden lassen - dabei spielt es keine Rolle mit wem Du Dich gerade unterhälst, es gibt keine Zwänge und jeder nimmt Dich auf als ob Du ihn Dein Leben lang kennst. Hier sind echtmal alle Leute hellblau und ich stelle immer wieder fest: "Wir Deutschen" haben entschiedenen Nachholbedarf in Sachen Gastfreundschaft!

Heute gehts weiter mit den Feierlichkeiten (hab jetzt schon Angst vor diversen Endgegnern) - da mach ich dann auch Bilder...

@Elena, que te vaya muy muy bien en Alemania. Gracias por toda tu ayuda en "tu" pais. SINTIGO (jajaja) no hubiera llogrado los retos aqui en Monterrey. Siempre voy a ser agradecido!!! Tambien puedes ser orgullosa de México, tu pais es increible! Te voy a extrañar aqui, pero nos vemos muy pronto en Alemania (espero que te gusta tambien).
Cuidate y estamos platicando tipo de que con skype (puro regio)

Seguramente serioso y ayudable

Tobi

track 11 flogging molly - tomorrow comes a day too soon

Freitag, 22. August 2008

Viva la vida!

Freitag nach der Arbeit...
Ich sitze entspannt vor meiner Wohnung, ein eiskaltes Dos Equis in meiner Hand, es regnet in Strömen und hat angenehme 26 Grad. Wochenendstimmng, obwohl ich morgen mal wieder Schrauben in der Firma zählen darf.
Seit über 100 Tagen bin ich nun in Mexico und die Zeit rennt mir mittlerweile viel zu schnell davon. In den letzten Wochen habe ich so viel erlebt, dass ich gar nicht weiss wo ich anfangen soll zu erzählen.
Über mein erstes Baseballspiel (als anständiger Jubelfan habe ich gewartet bis die "Sultanes de Monterrey" im Finale der Playoffs stehen)?
Das man in Mexiko bei einer leeren Autobatterie im Stau das Auto mit einer ausgebauten, anderen Batterie überbrückt und nicht mit Kabeln?
Über Shoppen in den USA oder wie unvorstellbar es ist das Leute in einem Ort in der Wüste leben der nur auf Konsum ausgerichtet ist - der Horror... ?
Darüber das Steffi da war und mir ein Gutmannweizen und Goldkrone mitgebracht hat?
Über meine Karriere als Fussballtorwart und meinen legendenhaften Abwürfen?
Über zig wundersamer Speisen die in meinen Magen gewandert sind?
Über mexikanischen Hochzeiten auf denen es kein Bier aber dafür Mariachis und Tequila gibt?
Über Sachen die ich nach 100 Tagen Mexiko vermisse (Kopfheber, Freitag JFs im Visa, vernünftige Arbeit, Kanal 55 und die Dialoge, Ham&Eggs nach der Reeperbahn, Sommer-CD vom CD-Gott, Jos Mohnkuchen, Mama und das Hotel mit dem gleichen Namen, Papa und der gute Freitagssport, "den Durniersieg" y mucho mas)

Ich habe keine Ahnung, ich denke es ist besser wenn ich Euch das alles mal an eben so einem lauen Sommertag in Deutschland erzähle. Oder hier...In diesem unbeschreiblich aufregenden Land.

Anbei noch die versprochenen Bilder, tengo prisa , denn ich geh jetzt noch schnell zum Bowlen. Brauch ja ne ruhige Hand morgen zum inventarisieren...

Zacatecas



Saludos

El Tornillo, immer noch ohne Immodiumeinsatz
Euer Tobse

Track 10 Coldplay Viva la vida

Montag, 4. August 2008

La Altura - Höhentrainingslager in Zacatecas...

Nach einigen Wochen in Monterrey war es am Freitag mal wieder an der Zeit ein bisschen Sport ausserhalb der Stadt zu machen. Deswegen ging es auf ins 5 "Jeep-Liberty mit Overdrive und 3,7 Liter Hubraum und 250 PS" - Stunden entfernte Zacatecas - auf ins Höhentrainingslager.
Nachdem ich nach 50 km den viertel Tank verfahren hatte (keine Räuberpistole) durfte ich das Steuer abgeben und mich um die Minibar im Auto kümmern. Einen Cuba-Libre mit Eis und geschnittener Limone auf dem Rücksitz zu mischen war die erste sportliche Herausforderung dieses Wochenendes dem noch weitere folgen sollten.
Das Motto dieser Fahrt stand neben der sportlichen Ertüchtigung klar im Zeichen der Bildung und war mein erster Ausflug über die mexikanischen Landstrassen. Landschaftlich war die Anreise bereits der absolute Wahnsinn!
Bis zum Horizont zog sich die Strasse gerade durch die Steppe - rostbraune Erde und verrückte Pflanzen und Kakteen säumten den Rand der Careterra. Kilometerweit keine Stadt zu sehen nur einzige spärliche Behausungen prägten das Landschaftsbild - fantastisch!


Die Musik war ausgewählt, das Bier eiskalt die Stimmung perfekt und der Ausblick famos, ich hätte eine Postkarte schreiben sollen aus dem Auto.

Angekommen in Zacatecas erwartete uns bereits Teil 2 der Reisegruppe, Team Guadalajara auch bekannt als der schöne Teil des eingetragenen Vereins "Reich und Schön".
Um uns sportlich an die Höhe Zacatecas zu gewöhnen (2500 Meter) haben wir erstmal eine probiotische Stärkung in Form von ocho ordenes de Tacos zu uns genommen, gefolgt von einigen Lucha Libre Einlagen in einer absolut stylischen Bar (danke Fernando).
Den Samstag verbrachten wir dann mit der Stadterkundung.
Zacatecas gehört zu einem der "Pueblos Magicos" und ist ausserdem UNESCO Weltkulturerbe. Beides zu recht, die Stadt besticht durch ihre Schönheit. Kleine Gassen, viele einladende Cafés, Museen und Bars, Plätze mit Folklore-Sängern und viele bunte Häuser - bienvenidos a México!
Neben dem gemütlichen Flanieren durch die kleinen Gässchen und dem Genuss der ein oder anderen regionalen Spezialität durften wir uns einen nächtlichen Besuch im "El Eden" nicht entgehen lassen. Dieses Antro ist direkt in einer stillgelegten Silbermine zu finden und der ideale Rahmen für das Team Azulceleste mal stabil die Statik des Stollens zu testen.
Gehalten hat er, aber vermutlich nur weil "die Höhe" von Vergeltungs-Rudis MiniPlee noch nicht gestimmt hat, Franka nicht die richtigen Accessoires dabei hatte (dafür seine hermosa novia, mucho gusto Steffi) und Martin alias el abogado de Schulle&Partner viel zu hochkarätig unterwegs war (habe ich erwähnt dass ich nie wieder eine bescheuerte Wette mit Dir eingehen werde?).

Der Sonntag wurde zur Erkundung der restlichen Stadt genutzt und endete wie immer mit einem dramatischen Abschied - dieses Mal am Cierro de la Bufa.


Kein Zufall dass es so ein geschichtsträchtiger Platz zur Verabschiedung war, denn ya les extraño de nuevo, mis amiguis.
Nach zäher Rückreise, enschädigt durch einen klaren dunkelblauen Sternenhimmel kamen wir reichlich platt in Monterrey an.
Schuld daran war klar die Höhe - daher muss als nächstes Ziel wiedermal was flaches her.
Wie wäre es mit Strand?

Herzlichst

Euer Tobse, müde, glücklich, absolut stabil

PS: Falls dieser Eintrag mal wieder zu sarkastisch / proletig / haarsträubend geschrieben war, hier das ganze mit Niveau:

Hier klicken!

PPS: Bilder folgen (danke an Simon, Mama, Chris, Alex und Marcus für diese logistische Meisterleistung - ich habe meine Kamera zurück...)

Dienstag, 29. Juli 2008

¡Samba en México!

Mein Kumpel Marcio hat sich einen neuen Grill gekauft.
Typ: (fast) Alabama Smoker
Material: Gusseisen
Gewicht: sehr schwer

Ein Auto hat er nicht, daher hat er diesen mit einem sogenannten Jalapeño-Taxi (VW Kaefer) nach Hause transportieren wollen.
Auf dem Dach. Gesichert mit einem bindfadenstarkem Seil.
Die verlorene Ladung hat er im wilden Strassenverkehrs Monterreys einsammeln duerfen. Die Entschaedigung fuer das verbeulte Dach des Kaefers kostet 70 Pesos (5 Euro) Trinkgeld.
Und erfoerdert brasilianische Gelassenheit - von der Marcio genuegend hat!

Um diese wueste Raeuberpistole wuerdig zu feiern hat er von langer Hand fuer letzten Sonntag um ca. 15:03 Uhr zum Churrasco eingeladen. Von langer Hand heisst eine Stunde vorher...
Churrasco ist eines der vielen koestlichen Gerichte die es in Brasilien zu geniessen gibt. Bereits "seinerzeit" auf meiner Reise nach Brasil haben wir diese Spezialitaet oefters geniessen duerfen.
Im Grunde besteht Churrasco nur aus einer Sache: FLEISCH.



Und zwar maechtig viel davon. Und super lecker.
Verfeinert wurde diese Fiesta noch von der Anwesenheit fast aller Brasilianer meines Sprachkurses, Samba x 2 (das Getraenk und die Musik), Caipi nach Originalrezept, Farofa und anderen speziellen Speisen aus Brasilien.

Absolut relaxed wie die Brasilianer leben & feiern - statt formell an einem Tisch zu sitzen, sammelte sich die ganze Meute um den Grill von dem quasi direkt gegessen wurde. Dazu reichlich Clamato und gute Gespraeche in einem Kauderwelsch aus Spanisch und Portugisiesch. An Spontanitaet und Entspanntheit nicht zu ueberbieten...
So habe ich es wunderbar geschafft meinen kleinen Kater vom vorabend (Junggesellenabschied mit den Mexis, Informationen gibts nur abseits des Blogs) zu besiegen und abends in eine Art Fleischkoma zu fallen (jaja, mein lieber Jo es hat geklappt!).
Dormi con las angelitas und dann war auch schon wieder Montag - que feo!
War auf jeden Fall superfett, Marcio OBRIGADO por la invitacion.


Und Churrasco gibts sicher auch mal in Deutschland. Von langer Hand geplant.
Lasst Euch ueberraschen wann der Anruf kommt.

Es gruesst
Inventurspezialist - Tobi F.

PS Gestern ein Paulaner-Weizen (hell) - Aggi Du kannst mir nichts mehr anhaben mit Deinen Webcam-Performances!
PPS Mein Pimp-Car hat die erste Wunde... Kein Wunder bei dem Fahrverhalten und den "nuechteren Fahrern" - siehe hier:
No choque, me chocaron!!!!!